Offenbarung Kapitel 11 – Die zwei Zeugen, die Französische Revolution und die siebte Posaune

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Ein prophetischer Überblick über 1260 Jahre und die Endzeit

Offenbarung Kapitel 11 ist eines der zentralen Kapitel für das Verständnis der Endzeit. Es verbindet die 1260-Jahre-Prophetie, die große Französische Revolution und den Beginn des himmlischen Gerichts. Es zeigt Gottes Treue zu Seinem Wort trotz schwerster Unterdrückung.

Verse 1–2: Das Vermessen des Tempels

„Und mir wurde eine Meßrute gegeben, gleich einem Stab; und der Engel stand da und sagte: Mache dich auf und miß den Tempel Gottes samt dem Altar, und die, welche darin anbeten! Aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels ist, laß aus und miß ihn nicht; denn er ist den Heidenvölkern übergeben worden, und sie werden die heilige Stadt zertreten 42 Monate lang.“ (Offenbarung 11,1–2)

Der „Tempel Gottes“ ist hier nicht der irdische Tempel (der bereits 70 n. Chr. zerstört wurde), sondern das **himmlische Heiligtum**. Das Vermessen symbolisiert eine gerichtliche Untersuchung des Gottesvolkes – die Prüfung des Charakters und der Treue. Dies begann 1844 mit dem Eintritt Christi in das Allerheiligste (Daniel 8,14).

Die „42 Monate“ (1260 prophetische Tage/Jahre) beziehen sich auf die Zeit der Papstherrschaft (ca. 538–1798), in der das Volk Gottes zertreten wurde.

Verse 3–6: Die zwei Zeugen

„Und ich will meinen zwei Zeugen geben, daß sie weissagen werden 1 260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch. Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen.“ (Offenbarung 11,3–4)

Die **zwei Zeugen** sind das Alte und das Neue Testament – die Bibel als Ganzes. Sie sind „Ölbäume und Leuchter“ (vgl. Sacharja 4), weil sie durch den Heiligen Geist leuchten und die Welt erleuchten.

Die 1260 Tage (Jahre) beschreiben die Zeit, in der die Bibel in Sacktuch (Trauer und Unterdrückung) weissagte – vor allem während der mittelalterlichen Papstherrschaft, als die Bibel in Latein gehalten und den Menschen vorenthalten wurde.

Verse 7–10: Der Tod der Zeugen – Die Französische Revolution

„Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten. Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist.“ (Offenbarung 11,7–8)

Das „Tier aus dem Abgrund“ (atheistische Macht) tötete die zwei Zeugen symbolisch während der Französischen Revolution (besonders 1793–1794). Die Bibel wurde öffentlich verbrannt, Kirchen geschlossen, der „Kult der Vernunft“ eingeführt. Frankreich wurde zur „großen Stadt, die geistlich Sodom und Ägypten heißt“ – ein Ort moralischer Verderbtheit und Gottesfeindschaft.

Verse 11–13: Die Auferstehung der Zeugen

„Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen. Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie.“ (Offenbarung 11,11–12)

Nach 3½ Jahren (1793–1798) erholte sich die Bibel auf erstaunliche Weise. Im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Bibelgesellschaften, die die Schrift in viele Sprachen übersetzten und verbreiteten. Die „Auferstehung der Zeugen“ ist eine der bemerkenswertesten Erfüllungen der Prophetie.

Verse 14–19: Die siebte Posaune

Die siebte Posaune kündigt den Übergang zur Endzeit an:

„Und der siebte Engel stieß in die Posaune; da ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteil geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offenbarung 11,15)

Mit der siebten Posaune beginnt das himmlische Gericht (das seit 1844 läuft) und führt schließlich zur Wiederkunft Christi und der Errichtung Seines ewigen Reiches. Der Tempel im Himmel wird geöffnet, und die Bundeslade wird sichtbar – ein Symbol dafür, dass Gottes unverändertes Gesetz (einschließlich des Sabbats) im Endgericht geehrt wird.

Die Botschaft für uns heute

Offenbarung 11 zeigt uns Gottes Treue: Auch wenn Seine Zeugen (die Bibel) unterdrückt und fast getötet werden, lässt Er sie wieder auferstehen. Die Bibel ist heute weltweit verbreitet wie nie zuvor – ein klares Zeichen, dass wir in der Endzeit leben.

Gleichzeitig warnt das Kapitel: Die Mächte dieser Welt werden versuchen, Gottes Wort zu unterdrücken. Doch am Ende siegt das Lamm.

Die siebte Posaune erklingt bereits. Das himmlische Gericht läuft. Die Zeit der Gnade neigt sich dem Ende zu. Jetzt ist die Stunde, in der wir uns ganz auf die Seite des Lammes stellen müssen.

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