Eine biblische Einordnung der sogenannten Erneuerungsbewegung nach Johannes Hartl
Link zum Artikel: Tagesschau: Erneuerungsbewegung
In einer Zeit zunehmender geistlicher Orientierungslosigkeit und kultureller Dekadenz suchen viele Menschen nach Antworten. Der Artikel der Tagesschau über die Erneuerungsbewegung um Johannes Hartl wirft ein Schlaglicht auf eine wachsende Szene innerhalb der deutschen Christenheit, die sich als Gegenpol zur zunehmenden Säkularisierung versteht. Doch wie so oft in modernen Bewegungen innerhalb des Christentums finden wir auch hier ein Gemisch aus Wahrheit und Irrtum, das so eng verwoben ist, dass es nur mit geistlicher Unterscheidung und biblischer Kenntnis getrennt werden kann.
Die biblische Definition von Ehe
Hartl wird im Artikel zitiert mit der Aussage, dass gleichgeschlechtliche Ehen keine „richtigen Ehen“ seien. Dies ist biblisch gesehen korrekt. Dieses grundlegende Konzept der Ehe wird von Jesus selbst bestätigt. Die Ehe dient nicht nur der Gemeinschaft, sondern ist ein Abbild der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde. Sie ist somit nicht beliebig umdefinierbar, sondern ein heiliger Bund, den Gott definiert hat. Gleichgeschlechtliche Verbindungen widersprechen dieser Schöpfungsordnung und entziehen sich der symbolischen Tiefe dieser geistlichen Wahrheit.
„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“
1. Mose 2,24
„Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer sie am Anfang als Mann und Frau erschuf und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein«? So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“
Matthäus 19,4-6
„»Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“
Epheser 5,31-32
Unterkomplex? Oder unverändert?
Hartl bezeichnet diese Aussagen als „unterkomplex“. Diese Wortwahl offenbart eine zunehmende Tendenz, biblische Wahrheiten dem gesellschaftlichen Druck unterzuordnen. Doch das Evangelium war nie dazu gedacht, dem Zeitgeist zu gefallen. Die Wahrheit Gottes ist nicht kompliziert, sondern klar. Ihre Ablehnung geschieht nicht aus intellektuellen, sondern aus moralischen Gründen.
„Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen;“
Römer 1,16
„Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben.
Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht. Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, so daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen!“
Römer 1,18-25
„Krankheit als Erbe der Sünde“ – Halbwissen mit Konsequenzen
Besonders kritisch ist Hartls Behauptung zu bewerten, Krebs sei möglicherweise das Resultat von Sünden der Vorfahren. Diese These ist nicht nur theologisch fragwürdig, sondern wissenschaftlich unverantwortlich. Zwar zeigt die Bibel, dass Sünde Auswirkungen auf kommende Generationen haben kann, doch zieht sie keine kausale Verbindung zwischen individueller Krankheit und konkreter Vorfahrenssünde. Jesus selbst widerlegte diese Vorstellung:
„Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, so daß dieser blind geboren ist, er oder seine Eltern?Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden!“
Johannes 9,2-3
„Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen,“
2. Mose 20,5
„Sei aber auch nicht allzu gesetzlos und sei kein Narr! Warum willst du vor deiner Zeit sterben?“
Prediger 7,17
Katholische Zusammenarbeit – Spirituelle Gefährdung
Die Tatsache, dass die Erneuerungsbewegung in engem Schulterschluss mit katholischen Vertretern arbeitet, sollte jeden bibeltreuen Christen alarmieren. Die Offenbarung bezeichnet das abgefallene religiöse System als „die große Hure Babylon“, mit dem die Könige der Erde Hurerei getrieben haben. Die biblische Botschaft ist klar: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und damit ihr nicht empfangt von ihren Plagen!
„Und die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen; und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Greueln und der Unreinheit ihrer Unzucht, und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Greuel der Erde.“
Offenbarung 17,4-5
„Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!“
Offenbarung 18,4
„Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.“
Johannes 17,17
Charismatischer Erlebniskult statt geistlicher Erkenntnis
Ein weiteres Problemfeld ist der Fokus charismatischer Bewegungen auf Erleben, Gefühle und spektakuläre Manifestationen. Doch Glaube ist nicht auf Erleben gebaut. Das Neue Testament ruft zu geistlicher Nüchternheit auf, nicht zu emotionaler Ekstase. Paulus mahnt: Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Und weiter: Lasst alles anständig und in Ordnung geschehen. Emotionale Manipulation, wilde Zungenreden ohne Auslegung, Umfallen im Geist und andere Phänomene finden keine biblische Grundlage. Der Heilige Geist wirkt zur Überführung, Erneuerung und Heiligung – nicht zur Show.
„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. Durch diesen haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten.“
Hebräer 11,1
„Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen.“
1. Korinther 14,33
„Laßt alles anständig und ordentlich zugehen!“
1. Korinther 14,40
Fazit
Die Bewegung um Johannes Hartl mag mit guten Absichten starten, aber wie so viele Erweckungsversuche unserer Zeit mischt sie Wahrheit mit Irrtum, Klarheit mit Kompromiss, Licht mit Schatten. Das Resultat ist geistliche Verwirrung.
Jesus sagte: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Wer geistlich unterscheidet, wird erkennen, dass das, was hier gepriesen wird, nicht auf das Kreuz verweist, sondern auf ein religiöses Gefühlserlebnis, das zwar kurzfristig elektrisiert, aber nicht rettet.
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?“
Matthäus 7,16
„Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, daß euch niemand verführt!“
Matthäus 24,4