Geschichtliches wird geistlich; was geistlich ist, wird sein

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Ein ernstes Wort zur biblischen Prophetie und dem Prinzip von Typus und Antitypus

Die Bibel ist kein Buch voller losgelöster Geschichten. Sie ist ein einziges, durchgehendes Zeugnis: Alles, was Gott in der Geschichte wirken lässt, trägt bereits den Schatten der kommenden Erfüllung in sich. Und alles, was er geistlich vorausgebildet hat, wird eines Tages in voller Wirklichkeit eintreten.

Dieses Prinzip fasst der Satz zusammen: Geschichtliches wird geistlich; was geistlich ist, wird sein.

Es ist kein theologisches Spiel. Es ist der Schlüssel, mit dem Gott uns die Augen öffnet für das, was heute wirklich geschieht.

Was Typus und Antitypus bedeuten

Ein Typus ist ein reales, historisches Ereignis, eine Person oder eine Einrichtung, die Gott so gesetzt hat, dass sie auf etwas Größeres hinweist.

Ein Antitypus ist die endgültige, geistliche oder heilsgeschichtliche Erfüllung dieses Vorbildes – meist in Christus, seiner Gemeinde oder am Ende der Zeit.

Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist.
(1. Korinther 10,11 SCH2000)

Klassische Beispiele – damit wir verstehen

  • Adam war der Typus des „ersten Menschen“. Christus ist der Antitypus, „der letzte Adam“.

    So steht auch geschrieben: Der erste Mensch, Adam, »wurde zu einer lebendigen Seele«; der letzte Adam zu einem lebendigmachenden Geist.
    (1. Korinther 15,45 SCH2000)

  • Der Auszug aus Ägypten war ein reales historisches Ereignis. Er ist zugleich Typus für die Erlösung aus der Sünde. Das Rote Meer wurde wirklich durchzogen – die Taufe ist die geistliche Erfüllung, die wiederum real im Leben des Gläubigen wirkt.
  • Das Passahlamm wurde wirklich geschlachtet. Sein Blut rettete wirklich vor dem Gericht. Christus ist der Antitypus.

    Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus.
    (1. Korinther 5,7 SCH2000)

  • Der Tempel war real. Christus nannte sich selbst den Tempel.

    Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten!
    (Johannes 2,19 SCH2000)

    Die Gemeinde ist nun der Tempel des Heiligen Geistes.

    Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und daß der Geist Gottes in euch wohnt?
    (1. Korinther 3,16 SCH2000)

    Was einst aus Stein war, wird geistlich – und am Ende der Zeit wird die neue Stadt keinen Tempel mehr brauchen.

    Und einen Tempel sah ich nicht in ihr; denn der Herr, Gott der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm.
    (Offenbarung 21,22 SCH2000)

Das Muster ist immer dasselbe: Wirklich → geistlich → endgültig wirklich.

Warum dieses Prinzip heute so brennend ist

Wir leben nicht in einer Zeit, in der die Bibel „nur Geschichte“ ist. Wir leben in der Zeit, in der die Schatten immer länger werden und die Erfüllung immer näher rückt.

Was heute „wirklich geschieht“ – die weltweite Sehnsucht nach Einheit, die Verschmelzung von Religionen, die Versprechen von Unsterblichkeit durch Technik, die politischen und religiösen Mächte, die sich gegenseitig stärken –, das ist kein Zufall. Es ist Typus.

Und was geistlich bereits beschlossen ist – die große Täuschung, das Tier aus dem Meer, die Hure Babylon, die falsche Einheit unter einem falschen Licht –, das wird sein.

Die ernste Mahnung

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, daß euch niemand verführt!
(Matthäus 24,4 SCH2000)

Prüft alles, das Gute behaltet!
(1. Thessalonicher 5,21 SCH2000)

Wer dieses Prinzip erkennt, kann nicht mehr neutral bleiben. Er kann nicht mehr sagen: „Das ist alles nur Symbolik.“ Er kann nicht mehr sagen: „Der Antichrist kommt irgendwann einmal.“

Er muss erkennen: Die Schatten sind schon da. Die Typen stehen bereits auf der Bühne. Und der Antitypus – die volle Erfüllung – steht vor der Tür.

Der einzige sichere Hafen

Inmitten aller Typen und Schatten gibt es nur einen, der selbst der Antitypus aller Vorbilder ist: Jesus Christus.

Er ist nicht nur ein weiteres Vorbild. Er ist die Erfüllung.

In ihm wird alles, was geschichtlich war, geistlich wahr – und alles, was geistlich ist, wird in seiner Wiederkunft wirklich sein.

Wer ihm nachfolgt, braucht keine Angst vor den Schatten zu haben. Wer ihm nachfolgt, sieht die Typen – und erkennt den Antitypus.

Geschichtliches wird geistlich; was geistlich ist, wird sein.

Möge der Herr uns die Augen öffnen, damit wir nicht nur die Geschichte sehen, sondern die Hand Gottes darin – und damit wir bereit sind, wenn das Geistliche wirklich wird.

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