„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“
– Hebräer 12,14
Dieser Vers steht da wie ein Schild auf einem schmalen Pfad. Nicht als Option, nicht als Zusatzmodul für besonders eifrige Christen, sondern als schlichte, erschütternde Wahrheit: Ohne Heiligung wird niemand Gott sehen.
Frieden mit allen – aber nicht um jeden Preis
Der erste Teil des Verses spricht vom Frieden mit „jedermann“. In einer Zeit, in der „Frieden“ oft bedeutet, zu allem Ja und Amen zu sagen, klingt das fast wie die Bestätigung unserer Zeitgeist-Toleranz: „Hauptsache, wir streiten nicht.“
Aber echter Frieden basiert nicht auf Gleichgültigkeit – sondern auf Wahrheit, Sanftmut und Klarheit. Jesus konfrontierte, aber mit Liebe. Er segnete, aber ohne Kompromiss. Er war Licht – und Licht blendet.
Wenn Christen heute versuchen, mit allen Frieden zu haben, verlieren sie oft sich selbst weil sie vergessen, dass Frieden und Heiligkeit gemeinsam gejagt werden sollen. Ohne Heiligung wird unser Friede zur Lüge.
Heiligung beginnt mit der Liebe Gottes – in dir
Der Beginn der Heiligung ist nicht religiöser Eifer oder menschlicher Wille. Es ist das, was in Römer 5,5 steht:
denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.
Diese Liebe ist kein Gefühl. Sie ist die Frucht der Versöhnung mit Gott. Sie ist rein, weil sie aus der Vergebung kommt. Gott gibt sie dem, der umkehrt und diese Liebe verändert alles.
Sie macht die Sünde plötzlich bitter. Nicht weil man „darf“ oder „nicht darf“, sondern weil man nicht mehr will. Denn der, der vergeben wurde, liebt. Und wer liebt, will gefallen nicht aus Angst, sondern aus Ehrfurcht.
Sünde zerstört diese Liebe – langsam, aber sicher
Doch diese Liebe kann schwächer werden. Nicht, weil Gott sich ändert sondern weil wir unsere Ohren verstopfen.
Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten.
– Matthäus 24,12
Sünde stumpft ab. Sie tötet nicht sofort – sie zieht langsam das Herz aus der Nähe Gottes. Plötzlich betet man nicht mehr. Plötzlich fühlt man sich leer. Nicht weil Gott gegangen ist, sondern weil die Verbindung gestört ist.
Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust!.
– Offenbarung 2,4-5
Wenn die Liebe schwächer wird, wird der Glaube hohl. Dann kommen Pflichtgefühle, religiöse Rituale, aber kein Leben. Die Heiligung stockt. Man redet noch vom Licht, aber lebt längst wieder im Schatten.
Heiligung zeigt sich an der Gegenwart des Heiligen Geistes
Wie weiß man überhaupt, ob man noch wirklich in Christus ist?
Die Antwort ist unbequem einfach: An der Liebe. Nicht an der Emotionalität. Nicht an Bibelwissen. Nicht an Sonntagsbesuch.
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!
– Epheser 4,30
Die Versiegelung mit dem Heiligen Geist zeigt sich in einem lebendigen inneren Zeugnis und dieses Zeugnis ist Liebe, Freude, Frieden, Geduld… (Galater 5,22 – die Frucht des Geistes)
Verlässt man den Weg der Heiligung, verliert man den inneren Frieden. Die Stimme wird leiser. Das Gewissen stumpfer. Die Liebe verschwindet und man redet sich ein, es sei „nur eine Phase“.
Heiligung ist ein Weg der Liebe – nicht des Zwangs
Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!
– Johannes 14,15
Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.
– 1. Johannes 5,3
Wer in der Liebe bleibt, geht den Weg der Heiligung wie ein Kind seinem Vater hinterher. Nicht perfekt. Aber aus Liebe. Mit Sehnsucht nach Nähe. Mit Schmerz über Trennung.
Es ist kein Gesetzeswandel, sondern ein Liebeswandel.
Und wer umkehrt, wird erneuert
Selbst wenn du gefallen bist – wenn du die Liebe verlassen hast, die Heiligung verraten hast, wenn du dich leer fühlst: Du kannst zurück.
Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke!
– Offenbarung 2,5
Die Umkehr beginnt nicht mit Selbstoptimierung. Sie beginnt mit dem Erkennen, dass die Liebe weg ist – und dem Wunsch, sie zurückzuholen.
Doch wer bewusst Jesus verwirft, verliert alles
Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig, sondern nur ein schreckliches Erwarten des Gerichts und ein Zorneseifer des Feuers, der die Widerspenstigen verzehren wird.
– Hebräer 10,26-27
Dieser Vers ist wie ein Messer. Er trennt zwischen „ich kämpfe noch“ und „ich bin gegangen, und mir ist es egal.“
Heiligung ist ein Weg. Wer ihn verlässt, kann zurück. Wer ihn verlacht steht allein da. Aber der Abfall wird mit dem Tod bestraft, welcher dann endgültig ist.
Fazit: Heiligung ist nicht optional. Sie ist das Leben selbst.
Ohne Heiligung kein Himmel.
Ohne Liebe keine Heiligung.
Ohne Umkehr keine Liebe.
Ohne den Heiligen Geist – kein Leben.
Deshalb: Jage nach dem Frieden. Mit Klarheit.
Und lebe in der Heiligung. Nicht aus Pflicht,
sondern weil du ihn liebst.