Offenbarung 6,9–17 – Die Märtyrer und die großen Himmelszeichen

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Die Fortsetzung der Siegel-Eröffnung

Nach den vier apokalyptischen Reitern öffnet das Lamm das fünfte Siegel. Die Szene wechselt vom Krieg des Evangeliums auf Erden hin zu einem Blick in den Himmel. Was Johannes sieht, ist erschütternd und tröstlich zugleich.

Die Seelen unter dem Altar

„Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten.“ (Offenbarung 6,9)

Diese „Seelen unter dem Altar“ sind ein prophetisches Symbol. Sie stehen für alle geistigen Krieger, die im „Krieg des Evangeliums“ gefallen sind – Märtyrer, die für die reine Wahrheit ihr Leben gaben. Ihnen wird „weiße Kleidung“ gegeben – ein Bild für die Gerechtigkeit Christi. Sie ruhen und warten auf die Vollendung.

Die großen Himmelszeichen

Beim sechsten Siegel geschehen dramatische Zeichen am Himmel und auf der Erde:

„Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete, und siehe, ein großes Erdbeben entstand, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der Mond wurde wie Blut; und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn er von einem starken Wind geschüttelt wird.“ (Offenbarung 6,12–13)

Diese Zeichen erfüllten sich buchstäblich in der Neuzeit und markierten den Beginn der Endzeit:

  • Das Erdbeben von Lissabon (1755) – Eines der stärksten und zerstörerischsten Erdbeben der bekannten Geschichte. Es zerstörte die Stadt fast vollständig, löste einen Tsunami aus und wurde in ganz Europa und Nordafrika gespürt. Viele sahen darin ein göttliches Zeichen.
  • Der Dunkle Tag (1780) – Am 19. Mai 1780 verfinsterte sich die Sonne in Neuengland so stark, dass man mittags Kerzen anzünden musste.
  • Der Sternenfall (1833) – Am 13. November 1833 fielen Tausende Meteoriten vom Himmel, ein Schauspiel, das große Furcht auslöste.

Diese drei Zeichen in relativ kurzer Zeitfolge waren ein klarer Weckruf: Die Endzeit hat begonnen.

Die Reaktion der Mächtigen

Die Reaktion der Menschen auf diese Zeichen ist erschütternd:

„Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Heerführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge, und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!“ (Offenbarung 6,15–16)

Die Mächtigen dieser Welt versuchen sich zu verstecken. Sie erkennen plötzlich, dass ihr Reichtum, ihre Macht und ihr Einfluss sie nicht retten können. Doch es ist zu spät. Der Tag des Zorns ist gekommen.

Die Botschaft für uns heute

Offenbarung 6 zeigt uns zwei Seiten der Endzeit:

  • Die Treue der Märtyrer, die ihr Leben für die Wahrheit gaben.
  • Die schreckliche Realität des Gerichts für jene, die Gott ablehnen.

Die weißen Kleider der Märtyrer sind ein starkes Bild: Wer Christus treu bleibt, erhält Seine Gerechtigkeit. Wer aber der Welt dient, wird am Ende vergeblich versuchen, sich vor dem Zorn des Lammes zu verstecken.

Wir leben in der Zeit nach den großen Himmelszeichen. Die letzte Phase der Endzeit hat begonnen. Die Frage an jeden von uns lautet: Auf welcher Seite stehen wir? Bei den treuen Zeugen unter dem Altar oder bei denen, die sich vor dem Lamm verstecken wollen?

„Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ (Offenbarung 3,21)

Möge der Herr uns die Treue schenken, die nötig ist, um in dieser Zeit zu bestehen – und uns eines Tages zu denen zählen, die weiße Kleider tragen.

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