Offenbarung Kapitel 5 – Das Lamm, das würdig ist

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Die Fortsetzung der himmlischen Anbetung

Offenbarung Kapitel 5 ist die direkte Fortsetzung von Kapitel 4. Die Szene im Thronsaal Gottes erweitert sich dramatisch. Johannes erlebt etwas, das ihn zunächst in tiefe Trauer stürzt – und dann in den größten Lobpreis, den das Universum je gehört hat.

Das versiegelte Buch

Johannes sieht in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron sitzt, eine Schriftrolle, beschrieben auf beiden Seiten und mit sieben Siegeln versiegelt. Ein starker Engel ruft mit lauter Stimme:

„Und ich sah einen starken Engel, der verkündete mit lauter Stimme: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen?“ (Offenbarung 5,2)

Und niemand – weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde – war würdig, das Buch zu öffnen oder auch nur hineinzusehen. Da weint Johannes heftig.

Warum weint Johannes?

Seine Tränen haben tiefe Gründe. Wahrscheinlich schämt er sich, weil er selbst ein Sünder ist. Vielleicht empfindet er auch Mitleid, weil niemand dem Schöpfer die Ehre geben kann. Vor allem aber trauert er, weil der Erlösungsplan Gottes scheinbar nicht vollendet werden kann, wenn niemand würdig ist, das Buch zu öffnen.

Das Lamm erscheint

Doch dann geschieht das Wunderbare. Einer der Ältesten tröstet ihn:

„Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen!“ (Offenbarung 5,5)

Und Johannes sieht:

„Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die ausgesandt sind über die ganze Erde.“ (Offenbarung 5,6)

Dieses Lamm ist Jesus Christus selbst – das geschlachtete und doch lebendige Lamm Gottes. Es hat sieben Hörner (vollkommene Macht) und sieben Augen (vollkommene Erkenntnis). Das Lamm tritt zum Thron und nimmt die Schriftrolle aus der rechten Hand Gottes.

Der gewaltige Lobpreis

In diesem Augenblick bricht ein himmlischer Lobpreis aus, wie ihn Johannes noch nie gehört hat:

„Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen, und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden.“ (Offenbarung 5,9–10)

Und dann stimmt die gesamte Schöpfung ein:

„Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist, und was auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offenbarung 5,13)

Die zentrale Botschaft

Offenbarung 5 zeigt uns den absoluten Höhepunkt der Heilsgeschichte: Nur das Lamm, das geschlachtet wurde, ist würdig, den Erlösungsplan Gottes zu öffnen und zu vollenden. Durch Sein Opfer am Kreuz wurde die Sünde ein für allemal gesühnt und die ewige Gerechtigkeit gebracht.

Der Lobpreis gilt gleichermaßen dem Vater auf dem Thron und dem Lamm. Das unterstreicht die volle Gottheit Jesu Christi. Er ist nicht nur der Erlöser – Er ist Gott selbst, würdig der gleichen Anbetung wie der Vater.

Die praktische Bedeutung für uns

Dieses Kapitel hat eine unglaublich tröstliche und zugleich herausfordernde Botschaft:

  • Kein Mensch ist würdig – nur das Lamm.
  • Unsere Erlösung beruht allein auf dem Opfer Christi.
  • Die größte Anbetung im Himmel gilt dem geschlachteten Lamm.

In einer Zeit, in der viele das Kreuz verharmlosen oder Jesus nur als guten Lehrer sehen, erinnert uns Offenbarung 5 daran: Der erhöhte Christus ist das geschlachtete Lamm – und genau deshalb ist Er würdig, alle Ehre zu empfangen.

Möge der Herr uns helfen, Ihn so zu sehen und zu ehren, wie Er im Himmel gesehen und geehrt wird – als das Lamm, das für uns gestorben ist und lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

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