Warum solch ein radikaler Glaube Gott gefällt
Der Glaube Abrahams gehört zu den beeindruckendsten und zugleich herausforderndsten Beispielen im ganzen Alten Testament. Gott forderte von ihm das Unvorstellbare: Er sollte seinen verheißenen Sohn Isaak opfern. Und Abraham war bereit dazu. Nicht aus Verzweiflung oder blinder Gehorsamkeit, sondern aus einem tiefen, unerschütterlichen Vertrauen auf Gott.
Die größte Prüfung
Gott sprach zu Abraham:
„Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!“ (1. Mose 22,2)
Abraham hatte lange auf diesen Sohn gewartet. Isaak war das Kind der Verheißung. Durch ihn sollte Abrahams Nachkommenschaft so zahlreich werden wie die Sterne des Himmels. Und nun verlangte Gott, dass er ihn opferte.
Was tat Abraham? Er stand früh am Morgen auf, sattelte seinen Esel, nahm Isaak und zwei Knechte mit und machte sich auf den Weg. Drei Tage lang ging er, bis er den Berg erreichte, den Gott ihm gezeigt hatte.
Der entscheidende Satz des Glaubens
Als sie den Berg hinaufstiegen und Isaak fragte, wo denn das Schaf für das Brandopfer sei, antwortete Abraham mit einem der stärksten Glaubenssätze der Bibel:
„ Und Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen! Und sie gingen beide miteinander.“ (1. Mose 22,8)
Der Hebräerbrief enthüllt uns, was Abraham in diesem Moment wirklich dachte:
„Durch Glauben brachte Abraham den Isaak dar, als er geprüft wurde, und opferte den Eingeborenen, er, der die Verheißungen empfangen hatte, zu dem gesagt worden war: »In Isaak soll dir ein Same berufen werden«. Er zählte darauf, daß Gott imstande ist, auch aus den Toten aufzuerwecken, weshalb er ihn auch als ein Gleichnis wieder erhielt.“ (Hebräer 11,17–19)
Abraham war so fest überzeugt von Gottes Treue und Macht, dass er glaubte: Selbst wenn er Isaak opfern müsste, würde Gott ihn von den Toten auferwecken. Sein Glaube ging weit über das Sichtbare hinaus. Er vertraute Gott mehr als seinen eigenen Gefühlen, mehr als der Logik und mehr als der Verheißung selbst.
Der Glaube, der Gott gefällt
Dieser Glaube Abrahams ist der Maßstab, den Gott bei seinen Kindern sucht. Der Hebräerbrief sagt es deutlich:
„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muß glauben, daß er ist, und daß er die belohnen wird, welche ihn suchen.“ (Hebräer 11,6)
Wahrer Glaube bedeutet: Alles Gott unterordnen – auch das Liebste, was wir haben. Abraham war bereit, seinen einzigen Sohn zu opfern, weil er Gott mehr liebte als Isaak. Er ordnete seine tiefsten Gefühle, seine Zukunft und seine Verheißung vollkommen Gott unter.
Genau das ist der Glaube, der Gott gefällt: ein Glaube, der nicht nur Worte spricht, sondern bereit ist, alles hinzugeben, weil er weiß, dass Gott treu ist und alles wiederherstellen kann.
Die Belohnung der Treue
Als Abraham das Messer erhob, um seinen Sohn zu opfern, rief der Engel des HERRN vom Himmel:
„Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sprach: Abraham! Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich! Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm gar nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen!“ (1. Mose 22,11–12)
Gott prüfte Abraham nicht, weil Er grausam war, sondern um zu zeigen, wie tief dessen Glaube wirklich war. Und weil Abraham bestand, segnete Gott ihn über alle Maßen. Die Verheißung wurde bestätigt, und durch Isaak kam der Same – Jesus Christus – in die Welt.
Die Herausforderung für uns heute
Abrahams Glaube stellt uns eine klare Frage: Was bist du bereit, Gott zu opfern? Welchen „Isaak“ hältst du noch fest – dein Geld, deine Zukunft, deine Beziehungen, deine Pläne, deine Sicherheit?
Gott verlangt nicht immer, dass wir etwas physisch opfern. Aber Er verlangt, dass wir alles Ihm unterordnen. Dass wir Ihm mehr vertrauen als unseren Gefühlen, unseren Plänen und unserer Vernunft.
Der Glaube, der Gott gefällt, ist ein Glaube, der sagt: „Auch wenn ich es nicht verstehe – ich vertraue Dir. Auch wenn es wehtut – ich gehorche Dir. Auch wenn ich alles verlieren sollte – Du kannst es wieder auferwecken.“
Das ist der Glaube, der Berge versetzt. Das ist der Glaube, der Gott ehrt. Und das ist der Glaube, der am Ende belohnt wird.
„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ (Hebräer 11,1)
Möge der Herr uns einen Glauben schenken wie Abraham – einen Glauben, der bereit ist, alles Gott zu übergeben, weil er weiß: Gott ist treu. Er kann sogar aus dem Tod Leben schaffen.